Weine

DEUTSCHE WEINE

Deutscher Wein ist angesagt wie nie! Knapp 100.000 ha verteilt auf 13 Weinregionen: Das sind die deutschen Weinregionen.  Das sind die deutschen Weinregionen. Zu den wichtigsten unter ihnen gehören Rheinessen, die Pfalz, Baden, das Rheingau und die Mosel.

Mit über 26.000 ha ist Rheinhessen die größte der deutschen Weinregionen, die Hauptrebsorte hier ist der Riesling, hinzu kommen Rivaner, Silvaner, Weißburgunder und Grauburgunder und verschiedene rote Rebsorten wie Dornfelder oder Spätburgunder.

Mit knapp 24.000 ha ist die Pfalz die zweitgrößte Weinregion Deutschlands und das größte Rieslinganbaugebiet der Welt. Auf knapp 5.500 ha Rebfläche wird hier Riesling angebaut, der zu den besten der Welt zählt. Und noch einen Superlativ hat die Pfalz zu bieten: Die Region ist Deutschlands größtes Rotweingebiet. Fast 40 Prozent der Rebfläche sind mit roten Sorten bepflanzt, vor allem Dornfelder, Spätburgunder und Portugieser.

Baden – mit 15.800 ha – ist die Nummer drei der deutschen Weinregionen. Diese Region ist die mit den meisten Sonnenstunden und dem wärmsten Klima in Deutschland. Die wichtigste Rebsorte in Baden ist mit Abstand der Spätburgunder, der als klassischer Rotwein, als Rosé oder als Weißherbst ausgebaut wird. Daneben sorgen auch fruchtige Grauburgunder und feine Weißburgunder aus dem Burgunderland Baden immer wieder für Aufsehen.

Das Rheingau ist die Heimat des Rieslings, der auf insgesamt 2.500 ha der 3.2.00 ha Rebfläche angebaut wird. Die Reben gedeihen in den sonnigen Steillagen hervorragend – immer mehr Rheingauer Rieslinge stammen aus vom VDP klassifizierten Ersten Lagen und werden als „Große Gewächse“ verkauft. Bei den roten Rebsorten dominiert auch hier – wie in vielen anderen deutschen Weinregionen – der Spätburgunder.

Die Mosel ist eine der ältesten Weinregionen Deutschlands und liegt mit 8.800 ha Rebfläche im oberen Mittelfeld, wenn es um die Größe geht. Die Hälfte der Reben wird auf Steillagen mit über 30 % Gefälle angebaut. Diese steilen Schieferhänge speichern die Wärme der Sonne besonders gut und lassen die Weinreben tief wurzeln, sodass die ausgebauten Weine besonders mineralreich und fruchtig sind.

 

Qualitätsweinstufen in Deutschland

Der Prädikatswein (früher Qualitätswein mit Prädikat) stellt eine gehobene Kategorie der Qualitätsweine dar. An diesen werden besonders hohe Anforderungen bezüglich Mostgewicht, Zustand der Trauben und Art der Lese gestellt. Prädikatsweine müssen ein bestimmtes Mindest-Mostgewicht je nach Prädikatsstufe und Anbaugebiet aufweisen, eine Anreicherung (Chaptalisation) zur Erhöhung des Alkoholgehaltes ist untersagt. Gemessen wird das Mostgewicht in Oechsle, um den Reifegrad zu bestimmen.

Die Prädikate sind:

Kabinett, Wein, der je nach Rebsorte und Anbaugebiet einen bestimmten Reifegrad hat

Spätlese, die Weintrauben müssen in später Lese und vollreifem Zustand geerntet worden sein

Auslese, für dieses Prädikat werden vollreife oder edelfaule Trauben (Edelfäule) verwendet

Beerenauslese, es werden nur edelfaule oder wenigstens überreife Trauben verarbeitet, was eine aufwendige Selektion des Traubenmaterials erfordert

Trockenbeerenauslese, aus weitgehend rosinierten edelfaulen Beeren gekeltert und nur in besonders guten Jahren erzeugt

Eiswein, aus Trauben gewonnen, die bei Lese und Kelterung gefroren sein müssen und deren Mostgewicht mindestens den für Beerenauslese festgelegten Wert erreichen muss.

Weitere mögliche Qualitätsbezeichnungen

Classic, muss aus einer gebietstypischen Sorte reinsortig gekeltert sein. Der Alkoholgehalt muss um ein Volumenprozent höher sein, als von der entsprechenden Qualitätsstufe im Anbaugebiet gefordert.

Selection, reinsortiger, trockener, gebietstypischer Wein. Restzucker maximal 9 g/l. Alkoholgehalt mindestens 12,2 %.

Hochgewächs, nur für Qualitätswein der Sorte Riesling zulässig. Das Mostgewicht muss 10° Oechsle über dem Richtwert für das jeweilige Anbaugebiet liegen.

Erstes Gewächs, nur für den Rheingau, stammt aus klassifizierten Lagen, Weinlese selektiv und per Hand, Höchstertrag 50hl/Hektar, Vermarktung frühestens ab 1. September des auf die Ernte folgenden Jahres, sensorische Zulassungsprüfung.

Die VDP Klassifikation

Wenn es um die Qualität deutscher Weine geht, dann kann man eine Institution als Wächter der Qualität bezeichnen: den Verband der Prädikatsweingüter. 200 Mitglieder umfasst dieser Verband heute, der schon seit über hundert Jahren Maßstäbe für Weingenuss und Qualität setzt. Der VDP sucht seine Mitglieder nach strengen Kriterien aus: Weingüter, die auf hochwertigen Lagen über einen langen Zeitraum hinweg besonders gute Weine produzieren. Wichtig hierbei sind immer auch die regionalen Besonderheiten der Weinregionen und der Reben. Vier verschiedene Klassen unterscheidet der VDP.

„Grosse Lage“ werden die allerbesten deutschen Lagen bezeichnet. Die Weine der VDP.Große Lage® sind die hochwertigsten Weine des VDP. Die Trauben stammen hier aus einzelnen Parzellen und werden dementsprechend detailgenau vermarktet. Der Maximalertrag darf hierbei einen Wert von 50 Hektoliter per Hektar nicht überschreiten. Das Mostgewicht muss mindestens Spätlesequalität besitzen und die Trauben werden per Hand selektiv geerntet.

„Erste Lage“ – das sind erstklassige Lagen, die aufgrund ihrer idealen Gegebenheiten über mehrere Jahre qualitativ hochwertige Weine hervorgebracht haben. Die VDP.Erste Lage® bezeichnet die erstklassigen VDP Weine. Die Weine der VDP.Erste Lage® werden auch als „Qualitätsweine trocken“ gekennzeichnet: Optimales Wachstum, höchste Qualität und eine dezidiert eigene Stilistik. Die fruchtsüßen Erste Lage Weine präsentieren sich mit den klassischen Prädikaten, einem Qualitätswein ebenbürtig.

Ortswein“,ein Wein also, der aus einem hochwertigen, charaktervollen und traditionellen Weinberg innerhalb einer bestimmten Ortsgemarkung stammt. Die VDP.Ortsweine sind dem Namen nach Weine aus kleinen Weinbergen innerhalb traditioneller Ortschaften, die aus regionaltypischen Rebsorten gekeltert werden.

„Gutswein“. Diese Weine stammen aus anderen Lagen der VDP Weingüter. VDP.Gutsweine sind die Starter in die hohe Klasse der VDP Weine. Aus klassischen Weinbergslagen entstehen in dieser Klassifikation tolle Basisweine auf hohem Niveau.

Rebsorte

Deutschland ist das Land des Rieslings. Er ist eine der ältesten hiesigen Rebsorten und stammt wahrscheinlich ursprünglich aus dem Rheingau, von wo aus sie ihren Weg in alle deutschen Anbaugebiete gefunden hat. Wie keine zweite Rebsorte prägt heute der Riesling das Image des deutschen Weines. Riesling gibt es in allen Ausprägungen von fruchtig-süß über halbtrocken bis trocken, als Kabinett und Spätlese, wobei für alle Spielarten eine hohe Säure charakteristisch ist.

Sauvignon Blanc ist eine spät reifende Weißwein Rebsorte mit mittlerem Ertrag. Die frostempfindliche Sorte benötigt warme Lagen auf fruchtbaren und nicht allzu trockenen Böden. Sortenrein ausgebaut verfügt Sauvignon-Wein meist über eigenwillige und expressive Aromen. Frisch gemähtes Gras, grünee Paprika und sowie Johannis- und Stachelbeeren sind typisch. Auch leichte Schwefel- oder Feuersteinnoten lassen sich ausmachen.

Grau- und Weißburgunder stammen beide von dem Pinot Noir ab. Dabei konnte letztlich nicht geklärt werden.Fest steht , dass auch der Weißburgunder stark im Kommen ist. Während für den Grauburgunder Aromen von Apfel, Mandel und Honig typisch sind, schätzt man am Weißburgunder eher subtile Aromen wie Melone, Birne und Lindenblüten. Der Graue Burgunder ist in Europa weit verbreitet. Allein die Vielzahl seiner Namen macht seine Beliebtheit deutlich. Die Ungarn nennen ihn Grauer Mönch, die Italiener kennen ihn unter Pinot Grigio, die Franzosen unter Pinot Gris und selbst hierzulande weist die Bandbreite seiner Namen auf eine weite Verbreitung.

ITALIENISCHE WEINE

Wenn es um die Vielfalt an Rebsorten und Stilen geht, dürfte kein anderes Weinland so reich sein wie Italien. Allein 2.000 unterschiedliche Rebsorten werden heute gezählt.  Italiens Weinkultur hat eine Geschichte von über 3.000 Jahren. Schon die Etrusker und Griechen fö62t4w wsm wmw4rderten den Weinbau, später die Römer, die Kirche und der Adel. Italien ist das komplexeste und für den Weinliebhaber aufgrund der Vielfalt auch schwierigste Weinland der Erde. Es hat die meisten abgegrenzten Weinberge, Lagen und auch Rebsorten.  Der Ursprung des italienischen Weinbaus liegt in Griechenland. Aber es wurde auch schon vorher Wein angebaut, davon zeugt zum Beispiel eine Amphore (mit Korkstöpsel), die aus der Zeit 600 vor Christi stammt. Durch die auf der Insel Sizilien beginnende griechische Kolonisation wurde auch die griechische Weinbaukultur beginnend von Süden nach Norden auf die Halbinsel gebracht.

Die wichtigsten Sorten wie Sangiovese oder Nebbiolo sind weltberühmt. Doch auch lokale Sorten wie der Grillo und der Nero d’Avola auf Sizilien, der Montepulciano d’Abruzzo oder die Cortese im Piemont prägen die Vielfalt. Italiens Weinkultur hat eine Geschichte von über 3.000 Jahren. Schon die Etrusker und Griechen förderten den Weinbau, später die Römer, die Kirche und der Adel. Die Toskana oder der Gardasee sind nicht nur bei Touristen beliebt. Dort entstehen auch Weine wie der Chianti Classico, der Brunello di Montalcino, Vino Nobile oder Amarone.

Italienischer Wein ist in Deutschland beliebter denn je! Italienischer Rotwein und italienischer Weißwein bieten eine Vielzahl von belienbten Klassikern wie Primitivo  und Chianti, Lugana, Prosecco, Pinot Grigio, Lambrusco, Appassimento und viele weitere. Zwar produzieren italienische Kelterer etwas mehr Rot- als Weißwein, das sagt aber nichts über die Qualität der italienischen Weißweine aus. Die bekanntesten Anbaugebiete für italienischen Weißwein befinden sich in der Toskana, am Gardasee und in Südtirol. Bekannt sind außerdem die italienischen Weißweine aus dem Piemont sowie aus der Region Venetien. Das Klima Italiens bietet optimale Bedingungen für das Wachstum der verschiedenen Rebsorten. Viele Sonnenstunden sorgen für die besonders fruchtigen, erfrischenden und intensiven Geschmäcker, welche die italienischen Weißweine auszeichnen.

 

Italienischer Wein wird nach französischem Vorbild kategorisiert

Sie lassen sich in drei Kategorien untergliedern: Tafelwein, DOC und auch DOCG. Bei Tafelwein handelt es sich um die einfachste Qualitätsstufe. Bei den anderen Varianten ist Qualitäts- oder auch Prädikatswein die Rede.

Italienische Rotweine

Die am häufigsten verwendeten Rebsorten der italienischen Rotweine sind der Merlot, Nebbiolo, Barbera oder auch Sangiovese. Rotwein aus Italien ist für viele Weinliebhaber der Innbegriff mediterraner Weinkultur. Von den nördlichen Regionen wie Südtirol, dem Veneto und dem Piemont über die Toskana und Umbrien bis nach Apulien und Sizilien im Süden: Die Vielfalt der italienischen Rotweine ist schier grenzenlos. Italienischer Rotwein lässt sich in keine Schublade stecken. Primitivo, Barolo, Nero d’Avola…jeder Wein ist einzigartig. Italienische Rotweine sind in der Regel trocken, eher selten sind halbtrockene italienische Rotweine erhältlich. Bekannte Ausnahmen sind der Primitivo und der Appassimento.

 

Italienische Weissweine

Der in Deutschland wohl bekannteste italienische Weißwein ist Pinot Grigio. Er vereint Apfel-, Dörrobst-, Zitrus-, Mango- und Nussaromen in sich. Pinot Grigio ist ein trockener italienischer Weißwein, der vor allem in Norditalien angebaut wird. Die bekanntesten Anbaugebiete der Rebsorte sind Südtirol, Veneto, Trentino, Lugana und Friaul. Ebenfalls weitverbreitet sind die Rebsorten Pinot Bianco, Chardonnay oder Sauvignon Blanc.

 

Prosecco der bekannteste Schaumwein Italiens  

Prosecco ist der beliebteste Schaumwein in Deutschland. Er hat einen frischen, blumigen Geschmack und Aromen von Birnen und Orangenblüten. Er eignet sich perfekt als Aperitif, passt aber auch wunderbar zu Sushi, Meeresfrüchten, Polenta oder Pasta. Prosecco ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung für Schaumweine, Perlweine und auch Stillweine aus der Region Venetien. Prosecco wird als vorwiegend als Perlwein „Frizzante“ und als Schaumwein „Spumante“ erzeugt und ist ein unverzichtbarer Bestandteil der beliebten Cocktails Aperol Spritz und Hugo. Im Jahr 2019 wurde erstmals die Erzeugung von Prosecco Rosé zugelassen.

 

Sonnenverwöhnter Wein aus Apulien -Primitivo Salento-

Primitivo – das klingt nach einem simplen Landwein. Aber der Name der roten Traube hat nichts mit „primitiv“ zu tun, sondern bezieht sich auf die frühe Reife der Sorte (italienisch „primo“ – der Erste). Hauptanbaugebiet für den Primitivo ist die Region Manduria im süditalienischen Apulien, Puglia auf italienisch. Primitivo de Manduria heißen die DOC-Weine, die hier heranreifen. Gelegen im „Absatz“ des italienischen Stiefels bietet Apulien mit seinen heißen und trockenen Sommern ideale Bedingungen für den Weinbau.

Gewürze und Frucht machen den Primitivo di Manduria zu einem unverwechselbaren Geschmackserlebnis. Die Weine dieser Region sind ungewöhnlich dicht und ihre tiefrote Farbe lockt Genießer an. Ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis hat zudem die Beliebtheit des samtigen Rotweins enorm gesteigert. 

Für den Primitivo di Manduria DOC müssen mindestens 85 Prozent der Trauben aus der aromatischen roten Primitivo Traube stammen. Sein komplexer Geruch ist charakteristisch. Geschmacklich bewegt sich der Primitivo zwischen trocken und restsüß. Mittlerweile kommen aus der Gegend um Manduria weltweit bekannte Rotweine wie der Sessantanni vom Weingut Cantine San Marzano, der als der Beste Primitivo di Manduria gilt, oder der Zolla Primitivo vom Weingut Farnese.

Die Weingeschichte Apuliens ist so alt wie seine ersten Siedler. Bereits Griechen und Phönizier haben hier 3000 v. Chr. Rebstöcke kultiviert. Die Primitivo-Rebe kam vermutlich im 18. Jahrhundert von Dalmatien nach Apulien. Mittlerweile ist ihre Verwandtschaft mit der Dobričić-Rebe sowie der kroatischen Crljenak Kaštelansk und der amerikanischen Zinfandel nachgewiesen. Heimat aller Sorten war das ungarisch-kroatische Grenzgebiet.

Von dort verbreitete sich die Sorte unter ihrem jeweiligen Namen bis in die USA und an die apulische Halbinsel Salento. 1999 bewies die Önologie-Professorin Carole Meredith dieses Verwandtschaftsverhältnis mit wissenschaftlichen Methoden. Seither hat der Primitivo in Italien und auf der ganzen Welt deutlich an Anerkennung gewonnen, da er mit dem viel gelobten Zinfandel nachweisbare Ähnlichkeiten aufweist. 

Das Klima im Salento ist beständig und angenehm warm. Während die Sommer heiß sind, fallen die Winter sehr milde aus. Auch der Boden spielt eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Traube. Apulien verfügt über sehr fruchtbare Böden und ein ideales Klima zum Gedeihen. Der Primitivo Salento wird, wie der Name schon verrät, in der Region Salento angebaut, das ist genau der unterste Teil des Stiefelabsatzes. Die Wurzeln des Primitivo gehen tief in die Erde und werden daher reichlich mit Wasser versorgt. Durch den freien Stand und die niedrige Lage der Trauben zum Boden ziehen sie einen Nutzen aus der Hitze und der Bodenwärme. Da die Rebsorte ebenfalls beeindruckend auf extreme Temperaturunterschiede als auch Klimazustände reagiert, überträgt sich seine Widerstandsfähigkeit bzw. seine Stärke auch auf das Endprodukt, den Wein. Da die Traube einen hohen Zuckergehalt aufweist, schmecken die Weine intensiv und gehaltreich und haben außerdem einen höheren Alkoholgehalt von 13 bis 15 Volumprozent. In früheren Zeiten wurde die Rebsorte häufig als Verschnittpartner angewendet, heutzutage hat sich die Rebsorte aber auch sortenrein etabliert. Eine Besonderheit ist auch, dass der Primitivo, so primitiv er auch klingen mag, ausschließlich handverlesen werden kann, weil seine Trauben unterschiedlich reifen. Das heißt er zeugt auch jeden Fall von Qualität. Der Primitivo Salento ist im Gegensatz zum DOC- Primitivo di Manduria ein bodenständiger Wein ohne Siegel, aber im Vergleich zum Primitivo di Manduria sind die schon 60 Jahre alten strammen Rebstöcke, diejenigen mit den intensivsten Trauben. Für den Primitivo sind fruchtige Geschmackserlebnisse wie Waldbeeren und Weichseln, aber auch Holz- und Schokoladenoten typisch. Die Farbe des Weines beläuft sich auf rubinrot, fast schon violette. Der Primitivo Salento passt hervorragend zu italienischen Schmorgerichten, aber auch zu Gegrilltem und Pasta. Außerdem lässt er sich auch gut solo trinken.

 

Amarone della Valpolicella

Amarone Wein ist ein italienischer Rotwein vorwiegend aus dem Anbaugebiet Valpolicella Classica in der Region Venetien. Er bezeichnet keine eigene Rebsorte, sondern eine Ausbauvariante der Sorte Recioto. Die milde Süße dieses Rotweins aus Italien, trocken ausgebaut, führt zu der besonderen, bittersüßen Geschmacksnote (it. amaro=bitter) des Amarone Weins. Angeblich ist das Herstellungsverfahren dieses Weins eine Zufallsentdeckung, ausgelöst durch einen Fehler des Kellermeisters. Heute werden, um Amarone Wein zu erhalten, mit Absicht die Trauben monatelang (2-4 Monate) auf Holzablagen getrocknet. Dabei werden sie mehrmals gewendet, bis sie schließlich weitgehend ausgedörrt sind. So entsteht – ähnlich wie bei Rosinen – ganz natürlich ein sehr intensiver Geschmack. Basierend auf einem Most mit hohem Zuckergehalt hat der Amarone Wein einen entsprechend hohen Alkoholgehalt von 14 bis 16 Volumenprozent. In einer mehrjährigen Reifezeit in Eichenfässern (bis zu 6 Jahre) entwickelt dieser Rotwein aus Italien dann seinen endgültigen Geschmack, in dem sich kräftige Süße, trockener Ausbau und starke Tannine zum besonderen Ergebnis – und Erlebnis – verbinden.

Hier wählen Winzer ausschließlich die besten Trauben eines Jahrgangs, um die Qualität ihres Amarone auf hohem Niveau zu halten. Diese Trauben werden nach der Lese in Räumen mit guter Belüftung für rund zwei bis vier Monate auf Gestellen aus Holz oder Strohmatten gelagert und während dieser Zeit regelmäßig gewendet und umgeschichtet. Das Bewegen des Lesegutes ist wichtig, um eventuellen Fäulnisprozessen entgegenzuwirken und für eine gleichmäßige Trocknung der Trauben zu sorgen. Im sogenannten Appassimento-Verfahren verliert das Lesegut dann bis zu fünfzig Prozent seines Flüssigkeitsanteils durch Verdunstung. In jeder Beere finden sich Zucker, Aromen und Extrakt dann deutlich konzentrierter. Für einen Amarone jedoch reicht das noch nicht, weswegen nun das bereits erwähnte „Wunder“ erwähnt werden muss. So ist der Amarone nach der ersten Gärung ein recht süßer Wein mit hohem Restzuckergehalt. Um seinen trockenen Charakter zu entwickeln, ist eine zweite Gärung notwendig, die einst bei der Weinherstellung ohne ersichtlichen Grund vonstattenging. Da sich Winzer diesen Vorgang damals noch nicht erklären konnten, blieb ihnen nichts anderes übrig, als von einem „miracolo“ zu sprechen. Inzwischen jedoch ist klar, dass besondere Hefestämme die zweite Gärung des Amarone verursachen, bei welcher der Fruchtzucker in Resveratrol sowie Polyphenole umgewandelt wird. So wird ihm letztlich sein unverwechselbarer Charakter und sein hoher Alkoholgehalt beschert. Die genaue Geschichte des Amarone della Valpolicella ist bis heute nicht gelüftet. Fest scheint allerdings zu stehen, dass dieser Wein eine enge Bindung zum süßen Recioto hat und als dessen Abkömmling gilt. Wie sich das verwandtschaftliche Verhältnis zwischen Amarone und Recioto jedoch konkret gestaltet, liegt im Dunkeln. Auch steht nicht fest, wann der Amarone zum ersten Mal als solcher produziert wurde. Schon Dokumente aus dem 19. Jahrhundert erzählen von Weinen, deren Eigenschaften denen des Amarone nahekommen. Fakt ist: Zu den günstigsten Weinen Italiens gehört der Amarone della Valpolicella nicht. Das aber ist angesichts der Tatsache, dass durch die Trocknung des Lesegutes etwa doppelt so viele Trauben wie üblich verwendet werden müssen, nur verständlich. Hinzu kommt der besondere Aufwand, den Winzer mit dem Appassimento auf sich nehmen. Dieses Engagement entlohnt der Wein mit seinem großartigen Charakter – während das Lob offizieller Weinjuroren und erfahrener Genießer auch ideell für Genugtuung sorgt.

Was bedeutet Appassimento beim Wein? Wenn ein Wein besonders vollmundig ist, nach voller Frucht schmeckt und auch noch einen hohen Alkoholgehalt hat, dann ist oft das Appassimento-Verfahren mit im Spiel. Was das ist? Wir verraten es Ihnen!  Beim Appassimento-Verfahren ist der Name Programm. „appasire“ bedeutet im Italienischen soviel wie „verwelken“ bzw. „welk werden lassen“. Nur Trauben, die zu 100 Prozent unversehrt und gesund sind (die also auch keine Edelfäule aufweisen), sind für diese Methode geeignet. Die Trauben werden früh gelesen, um die Weinsäure zu erhalten. Nach der Ernte kommen sie direkt auf spezielle Gestelle, Strohmatten oder in Holzkisten und werden auf Dachböden, in Lagerräumen oder direkt unter freiem Himmel getrocknet. Je mehr Wasser die Beeren verlieren, desto konzentrierter werden Zuckergehalt und Aromen. Und genau das zeichnet einen Appassimento-Wein aus. Für einen Amarone della Valpolicella – dem Parade-Wein schlechthin, wenn es um Appassimento geht – kann dieser Vorgang bis zu vier Monate dauern. Denn schließlich müssen die Beeren 50 Prozent ihres Gewichts verlieren. Wichtig ist, dass die Trauben während dieses Prozesses gut durchlüften, damit sie nicht schimmeln. Entweder kann man sie dafür in aufwendiger Handarbeit drehen und umschichten – oder aber Ventilatoren und Hochleistungs-Lüfter übernehmen diesen Job. Danach findet eine ganz normale Vinifikation statt. Hier ist meistens der Reifungsprozess in Holzfässern zusätzlich prägend. Das Ergebnis sind dann sehr vollmundige und kraftvolle Weine, die saftige Aromen von reifen Kirschen und Pflaumen sowie eine feine Würze (die kommt dann vom Holz) haben.  Appassimento hat seinen Ursprung in Venetien und gehört zu den ältesten und geschichtsträchtigsten Wein-Verfahren der Welt. Bereits im zweiten Jahrhundert vor Christus wurde es von dem in Karthago lebenden punischen Schriftsteller Mago erstmals erwähnt. Anfang des 1. Jahrhunderts berichtete dann der römische Gelehrte Plinius der Ältere von einem „vinum reticam“, den er in Verona probiert hatte – und bei dem es sich um einen Appassimento-Wein handelte. Vom antiken Venetien aus traten die angetrockneten Trauben übrigens oft auch ihre Reise in andere Länder an. Zum Beispiel nach Kreta. Die Winzer dort wollten damals auch gerne solche kräftigen Weine machen. Aufgrund des feuchten Wetters schimmelten ihnen aber die Beeren weg. Also importierten sie kurzerhand die rosinierten Trauben aus Italien. Zu dieser Zeit waren Appassimento-Weine noch sehr süß, da sie nicht komplett fermentierten. Laut italienischem Volksmund änderte sich das erst in den 1930er-Jahren. Damals „vergaß“ ein Kellermeister nämlich aus Versehen ein Appassimento-Fass und füllte es nicht ab. Als er es später wiederentdeckte, war der Wein durchgegoren und hatte keine Restsüße mehr. Voilà – der erste Appassimento, wie wir ihn heute kennen, ward geboren. Amarone sollte niemals bei Raumtemperatur getrunken werden, da der Alkoholeindruck schnell zu intensiv wirkt.  die optimale Trinktemperatur für einen Amarone bei 17 Grad Celsius.

 

Barolo

Barolo ist eine italienische Gemeinde mit 680 Einwohnern in der Provinz Cuneo in der Region Piemont. Hier wird der berühmte gleichnamige Rotwein angebaut. Innerhalb der Gemeinde ist der Cannubi-Hügel eines der bekanntesten Weinanbaugebiete, wird er doch seit der Römerzeit mit Nebbiolo-Trauben kultiviert. Barolo ist Träger der Bandiera Arancione des TCI. (e Bandiera Arancione (zu Deutsch: Orange Fahne) ist ein italienisches Qualitätssiegel im Bereich Tourismus und Umwelt)

Der Barolo ist ein trockener Rotwein aus der norditalienischen Region Piemont. Namensgebend ist die Gemeinde Barolo, die sich rund 15 km südwestlich von Alba befindet. Er zählt neben dem Brunello di Montalcino und dem Amarone della Valpolicella zu den italienischen Rotweinen mit dem höchsten Renommee.

König der Weine für die Italiener, Kult-Wein für den Rest der Welt – der Barolo aus dem Piemont ist DER berühmteste Wein Italiens. Seine aromatische Vielschichtigkeit, die mächtigen Tannine und die gepriesene Langlebigkeit von 20 Jahren und mehr erhält er von einer einzigen Traube: dem Nebbiolo. Kapriziös und spät reifend verlangt diese Sorte nach besten Lagen. Sie bekommt sie in den Langhe-Bergen rund um Alba, wo sie für den Barolo zu Höchstleistungen aufläuft. In keinem anderen Anbaugebiet lassen sich die Unterschiede des Terroir präziser erschmecken – ein Barolo aus La Morra ist weicher und ein Barolo aus Serralunga oder Monforte intensiver. Der Barolo, ein DOCG-Wein von einmaligem Stil und Prestige, der Kultur, Wein und Kulinarik vereint.

Der Barolo, „Wein der Könige und König der Weine“, wie ihn die Italiener nennen, zählt zu den besten Rotweinen Italiens. Aufgrund seines tiefen, duftigen Buketts, der wuchtigen Tannine und des hohen Alkoholgehalts von mindesten 13 Prozent gilt der Piemonteser Gigant als wahres Schwergewicht unter den Rotweinen – und erfüllt diese Rolle in Teilen durchaus.

Ungeachtet des ständig drohenden Regens ab September sind die Barolo-Produzenten im Piemont bereit, mit der Lese der Nebbiolo-Trauben bis in den Oktober oder November zu warten. „Nebbiolo“ stammt von der italienischen Bezeichnung für Nebel und bezieht sich auf die dichten Nebelschwaden, die sich im Herbst auf die Langhe legen. Sie kühlen die spätreifenden Trauben mit ihrem Dunst und erlauben ihnen, bis spät in den Herbst hinein an den Reben zu verbleiben und ihre vielschichtigen Aromen zu entwickeln. Der Name Nebbiolo weist somit auch auf die späte Lese hin, die in den Langhe-Bergen möglich ist. Bisher ist es keiner anderen Region und erst recht keinem anderen Land gelungen, mit der Nebbiolo-Traube ähnlich überzeugende Resultate zu erzielen. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Barolo nicht trocken ausgebaut. Dies lag daran, dass die Gärung des spät reifenden Nebbiolos erst im November und Dezember stattfand, und in der kalten Jahreszeit nicht genügend Hefen vorhanden waren. Somit blieb stets eine hohe Restsüße im Wein zurück. Erst mit Unterstützung des von der Marquesa von Barolo herbeigerufenen Önologen Louis Oudart gelang es, die Produktionsmethoden so zu verändern, dass der Barolo im Jahr 1850 erstmals trocken ausgebaut werden konnte. Damit begann der unaufhaltsame Siegeszug des Weines. Bald avancierte der Barolo zum Favoriten des italienischen Königshauses Savoyen, von dem der Ausspruch „Wein der Könige und König der Weine“ stammen soll.

 

Brunello di Montalcino

Er gehört zu den begehrtesten und auch teuersten Rotweinen aus Italien: der Brunello di Montalcino. Wir verraten, was ihn so besonders macht – und warum er für eine kleine Ewigkeit bestimmt ist.

Tatsächlich hat er den internationalen Siegeszug der großen Weine aus Italien sogar initiiert. Denn immerhin wurde er als erster Spitzenwein gen Vereinigte Staaten exportiert. Das war 1931. Erst danach folgten auch Barolo und Amarone. Und natürlich auch irgendwann der Supertuscan, den es damals aber noch gar nicht gab. Was aber fasziniert Weinliebhaber auf der ganzen Welt derart am Brunello di Montalcino? Wie wird er bereitet? Und wie schmeckt er eigentlich? All diesen Fragen widmen wir uns jetzt, indem wir einen kleinen Ausflug zu den Anfängen des beliebten Rotweins machen.

Streng genommen wurde der Brunello bereits im 14. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Noch strenger genommen handelte es sich dabei aber nicht um den Brunello di Montalcino, wie wir ihn heute kennen. Es war einfach nur ein Rotwein aus der Region, der aufgrund seiner braunen Farbe (bruno) so hieß. Die eigentlichen Anfänge des Brunello di Montalcino lassen sich Mitte des 19. Jahrhunderts in den Weingärten von Ferruccio Biondi Sandi finden, der eben dort einen ganz besonderen Sangiovese-Klon entdeckte. Besonders, weil die Weinbeeren einen besonders intensiven Geschmack hatten und ihre Schale extra dick erschien.

Genau nach solchen Eigenschaften hatte Biondi Sandi gesucht! Denn bis dato waren die Rotweine aus Montalcino eher schlicht. Sie dienten einzig und allein dazu, die Feldarbeiter zu stärken. Ferruccio Biondi Sandi aber wollte einen hochwertigen Wein aus der roten Rebsorte Sangiovese keltern. Reinsortig sollte er sein; für eine kleine Ewigkeit sollte er gemacht sein. Und er sollte die Welt begeistern. Biondi Sandi nahm also diesen einen Klon, gab ihm – und damit auch der Rebsorte – den Namen Brunello, weil die Beeren bräunlich schimmerten, vermehrte ihn und pflanzte ausschließlich diese Reben in seinem Weingarten an.

Für die Herstellung des Brunello di Montalcino gelten strenge DOCG-Regeln, die vom „Consorzio del Vino Brunello di Montalcino“ festgesetzt werden. Anbau und Vinification sind ausschließlich in Montalcino genehmigt. Er wird sortenrein aus einer Spielart der Sangiovese-Traube, die Sangiovese Grosso oder Brunello genannt wird, gekeltert. Der Ertrag ist auf maximal 52 Hektoliter Wein pro Hektar begrenzt. Der Brunello wird erst ab dem 1. Januar des fünften auf die Ernte folgenden Jahres für den offiziellen Handel freigegeben, er muss mindestens zwei Jahre in Eichenfässern ausgebaut sein und mindestens vier Monate Flaschenreife haben. Für den Brunello di Montalcino Riserva gibt es die Handelsfreigabe ab dem 1. Januar des sechsten auf die Ernte folgenden Jahres, er muss dabei mindestens zwei Jahre im Eichenfass ausgebaut sein und mindestens sechs Monate Flaschenreife aufweisen.[1] Dann entsteht daraus ein voller, körperreicher, hocharomatischer Rotwein.

FRANZÖSISCHE WEINE

Wein aus Frankreich hat bis heute einen gewissen Sonderstatus inne. Mehr als bei anderen Ländern bringt man mit der Grande Nation eben auch großartige Weine in Verbindung. Aus Frankreich kommen die weltbekannten Namen, die selbst jene kennen, die mit Wein wenig am Hut haben. Nach wie vor sind es die beiden Regionen Burgund und Bordeaux, die als Hochkultur des Weinbaus nahezu angebetet werden. Bei allem Weltruhm wäre es jedoch mehr als kurzsichtig, das Weinland Frankreich auf die renommierten Top-Appellationen zu beschränken. Da ist soviel mehr, was die insgesamt rund 400 herkunftsgeschützten Anbaugebiete vorweisen können. Sie alle vorzustellen, wäre eine mehr als abendfüllende Veranstaltung. Einige der bekanntesten Anbaugebiete haben wir jedoch ausführlicher im Magazin porträtiert. Natürlich finden sich die beiden Stars darunter, Bordeaux und Burgund. Doch ebenso haben wir die wichtigsten Weininfos über die Doppelregion Languedoc-Roussillon, die südliche Rhône wie auch die nördliche Rhône, über das Beaujolais und die Provence zusammengetragen.

 

Bordeaux

Sechs Hauptrebsorten, drei rote und drei weiße, werden für die Herstellung der Bordeaux-Weine verwendet. Die guten Kenntnisse über die Böden ermöglichte die Weiterentwicklung der Rebsorten, um das Aroma der Weine bestmöglich zu nutzen. Ergänzende Rebsorten, sogenannte „Hilfsrebsorten“, sind in reduzierter Menge vorhanden und können die Typizität des Weins bei der Mischung der Cuvée bereichern.

Zur Entstehung eines Weins verbinden sich die besonderen Aromen jeder Rebsorte harmonisch miteinander. Eine der Besonderheiten der Bordeaux-Weine besteht darin, dass sie aus einer Cuvée mehrerer Rebsorten hervorgehen. Jede Rebsorte hat ihre typischen Eigenschaften, ihr Terroir, ihr Mikroklima: Die Besonderheit der Bordeaux-Weine ist die „Assemblage“, die Vereinigung und Beherrschung dieser Komplementarität.

ROT MERLOT, CABERNET SAUVIGNON, CABERNET FRANC         WEISS SÉMILLON, SAUVIGNON BLANC, MUSCADELLE

 

Burgund

Neben dem Bordelais und der Champagne ist das Burgund sicher die bedeutendste Anbauregion Frankreichs. Zudem ist Burgund eine der ältesten Kulturregionen im Herzen Europas. Das Burgund zerfällt in zahlreiche kleine Weinanbaugebiete, die wichtigsten liegen zwischen Dijon im Norden, Lyon im Süden und Chablis im Westen. Unumstrittenes Zentrum ist die herrliche Weinstadt Beaune mit dem weltberühmten „Hôtel-Dieu“, in dem jährlich bedeutende Weinauktionen stattfinden. Die Weine der Region sind Legende und allein die Namen der Ortschaften und der Winzer lassen die Herzen der Weinfans höher schlagen. Ob Weiß- oder Rotwein, die außerordentliche Lage und die ebenso außergewöhnlichen Böden, lassen Spitzengewächse entstehen, die teilweise unübertroffen sind. Dabei bleiben die Mengen, im Gegensatz zum Bordelais, gering und schon kleine Entfernungen (oftmals wenige Meter) können das Terrior stark beeinflussen. Letztlich bestimmen hier die beiden Rebsorten Pinot Noir bei den Rotweinen und Chardonnay bei den Weißweinen das Universum. Nirgendwo auf der Welt erreichen diese beiden Rebsorten ein vergleichbares Qualitätsniveau. Seit Jahrhunderten sind die besten Lagen und Terroirs bekannt und anerkannt. Da die Mengen extrem gering und die Weine sehr gesucht sind, ist das Preisniveau teilweise unfassbar hoch – wenn man denn überhaupt an Flaschen kommt. Da ein Negociant-System wie im Bordelais fehlt, ist es zudem schwierig über den Handel an die Weine zu kommen. Romanée Conti wird z.B. ausschließlich direkt vertrieben.

 

Die Champagne ist ein Weinbaugebiet in Norden Frankreichs mit einer Gesamtrebfläche von 30.000 ha. Das Weinanbaugebiet Champagne dehnt sich im Westen über die administrative Region Champagne-Ardenne hinaus, bis in die Weinberge der Regionen Picardie und Île-de-France aus und im Süden grenzt es an das Burgund an. Die Rebflächen verteilen sich auf 300 Gemeinden und eine Vielzahl von Winzern. Die Grenzen der Champagne wurden schon 1927 durch das Institut National des Appellations d’Origne (INAO) festgelegt. Der Name Champagne kommt aus dem Latein und leitet sich von dem Wort „campus“ ab. Nicht zu verwechseln ist die Champagne mit den Anbaugebieten Grande Champagne und Petite Champagne für Cognac an der Charente und Charente-Maritime. Viele Winzer der Champagne verfügen nur über kleine Anteile an der Gesamtrebfläche. Darum werden verkaufen die Meisten Weinbauern ihr Traubengut an große Champagnerhäuser oder Genossenschaften, den so genannten Maisons, Cooperatives oder Récoltants. Die Maisons kaufen die Trauben zur Schaumweinherstellung zum Großteil zu. Die Cooperatives oder Genossenschaften übernehmen die Weinherstellung oder Teile davon für ihre Mitglieder. Die Récoltants sind Winzer, die selbst Trauben anbauen, Schaumweine daraus keltern und auch selbst abfüllen. Bekannt ist vor allem die Gruppe LVMH (Louis Vuitton Moët Hennessy), welche sich für fast jede 4. Flasche Champagner verantwortlich zeichnet.

SPANISCHE WEINE

In Spanien trifft uralte Weintradition auf modernste Bodegas und bestens ausgebildete und innovative Winzer. Das Ergebnis sind charakterstarke Spitzenweine. Drei Klimazonen prägen die Weinprofile: der erstaunlich kühle Norden, das heiße Tafelland (Meseta) und die regenarme Küstenregion. Die wichtigsten roten Rebsorten sind Tempranillo und Garnacha, die wichtigsten weißen Albariño, Viura und Palomino für Sherry. Die berühmteste und wichtigste Anbauregion ist die Rioja. Dort wurde der spanische Weinbau geprägt und perfektioniert. Aushängeschilder des spanischen Weinbaus sind gereifte, vor allem rote Weine: Crianzas, Reservas und Gran Reservas für deren Reifezeiten bis zur Abfüllung strenge Vorschriften gelten.

 

Rioja: Die spanische Spitzen-Appellation

Die DOCA Rioja ist die wohl bekannteste spanische Weinbauregion und die erste, die den Status DOCA tragen durfte. Das war im Jahr 1991. Doch auf Qualitätskontrolle wurde in Rioja schon viel früher Wert gelegt: 1787 wurde die Real Sociedad Económica de Cosecheros de Rioja (der königliche Wirtschaftsverband der Rioja-Erzeuger) gegründet um Weinbau, Weinproduktion und -handel zu fördern.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden erste französische Sorten in der Rioja angebaut. Bordelaiser Winzer siedelten sich in Rioja an, das weniger stark von der Reblausplage betroffen war, und bauten ihre typischen Bordeaux-Rebsorten an. Um die Jahrhundertwende jedoch besann man sich wieder auf die Tradition, per königlichem Erlass wurde Tempranillo zur Hauptrebsorte der Region erklärt. Sie durfte lediglich mit den autochthonen Rebsorten Garnacha oder Graciano verschnitten werden.

1953 wurde der Kontrollrat der Herkunftsbezeichnung Rioja (Consejo Regulador de la Denominación de Origen Rioja) gegründet, damit waren die Grundlagen für eine moderne und wirkungsvolle Qualitäts- und Herkunftskontrolle geschaffen.

Bezüglich der verwendeten Rebsorten gibt es klare Regeln. Für die Produktion von Rotwein sind Tempranillo , Garnacha Tinta (Grenache), Mazuelo (Carignan), Graciano und Maturana Tinta zugelassen. Für die Weißweinproduktion dürfen Viura (Macabeo), Malvasia Riojana, Garnacha Blanca,Chardonnay, Sauvignon Blanc, Maturana Blanca, Tempranillo Blanco und Turruntés verwendet werden.

GRIECHISCHE  WEINE

Böden aus Kalk, Granit und Vulkangestein. Schon in der griechischen Mythologie wird der Grundstein der Weingeschichte mit der Zeugung von Dionysos, dem Gott des Weines, durch Zeus mit Seméle gelegt. Archäologische Funde bezeugen, dass in Griechenland schon in der späten Jungsteinzeit Beeren zu Wein verarbeitet wurden. Ausgrabungen auf der Insel Kreta brachten eine der ältesten Weinpressen der Welt zum Vorschein. Im antiken Griechenland wurde der Weinbau dann weiterentwickelt sowie Kellertechniken verbessert. Die größte geografische Region Griechenlands, Makedonien, ist recht gebirgig, wird dadurch aber gut mit Wasser versorgt. Vor allem Rotweine werden hier ausgebaut. Aus der Region Makedonien kommen zudem vier der insgesamt 25 OPAP-Weine Griechenlands. Die Bezeichnung OPAP (Onomasia proléfseos anoteras piótitos) ist mit dem französischen Qualitätsmerkmal AOC zu vergleichen. Für den südlichsten Teil der griechischen Halbinsel, Peloponnes, ist der Weinbau der wichtigste Landwirtschaftszweig. Hier liegt die griechische Weinbauregion Nemea, die für ihre qualitativ hochwertigen Weine bekannt ist. Die rote Rebsorte Agiorgitiko ist Hauptbestandteil zahlreicher Weine. Die spät reifende, farbintensive und aromatische Rebsorte wird auch mit dem Merlot verglichen. Auch auf den griechischen Inseln werden zahlreiche Rebsorten angebaut und feine Weine produziert. Die größte griechische Insel Kreta verfügt wie Makedonien über vier Weine mit der Auszeichnung OPAP. Die ionischen Inseln liefern mit ihrem milden Klima ebenfalls günstige Bedingungen für den Weinanbau.

Auf 113.000 Hektar werden Weinreben angebaut – jedoch wird nur etwas mehr als die Hälfte für die Erzeugung von Weinen genutzt. Der Rest entfällt auf Tafeltrauben, sowie die Erzeugung von Rosinen. Es wurden 4 Millionen Hektoliter Wein produziert, wovon nur 289.000 Hektoliter, das entspricht lediglich 7%, in andere Länder exportiert wurden.

 

Die Weinanbaugebiete in Griechenland sind:

 Thrakien: Bis zum nördlichsten Punkt Griechenlands erstreckt sich das östlich von Makedonien liegende Gebiet. Aus diesem Weinanbaugebiet stammen der Thrakikos, der Ismarikos sowie der Avdira. Thrakikos wird aus griechischen und französischen Rebsorten gekeltert. Ismarikos besteht zu mindestens 50 Prozent aus griechischen Rebsorten wie Zoumiatiko und Roditis für Weißwein, Roditis und Grenache für Rosé sowie Limnio und Grenache für Rotwein. Die Leitsorten für Avdira stammen ausschließlich aus Griechenland.

 Makedonien: In der größten geografischen Region Griechenlands wird vor allem Rotwein ausgebaut. Xinomavro ist die wichtigste Rebsorte aus diesem Weinanbaugebiet.

 Epirus: Die kleinste, raueste und am wenigsten besiedelte Region Griechenlands verfügt über zwei Weinbaugebiete. Westlich der Stadt Ioannina befindet sich Zitsa und östlich der Stadt liegt Metsovo. Häufig verwendete Rebsorten sind für Weißwein Riesling, Sauvignon Blanc und Gewürztraminer sowie für Rotwein Bekari und Vlachiko.

 Thessalien: Aus Thessalien stammen die trockenen Rotweine und Weißweine mit den Appellationen Anchialos, Messenikola und Rapsani. In diesem Gebiet wachsen viele einheimische Rebsorten wie beispielsweise Krassato, Batiki, Savatiano oder Stavroto.

 Zentralgriechenland: Dieses Weinanbaugebiet lässt sich noch weiter in Attika, Böotien und Euböa unterteilen. Die hauptsächlich angebauten Rebsorten sind Roditis und Savatiano. Aus Zentralgriechenland stammt der berühmte Harzwein Retsina.

 Ionische Inseln: Das milde Klima auf den Ionischen Inseln eignet sich gut für den Weinanbau. Viele griechische Sorten wie Asprouda, Areti, Korinthiaki, Pavlos, Robola oder Skiadopoulo gedeihen dort hervorragend.

 Peloponnes: Auf der Halbinsel wird rund ein Viertel des griechischen Weins produziert. Vor allem die Appellation Patras ist hierbei hervorzuheben.

 Ägäische Inseln: Wichtige Weinanbaugebiete in Griechenland finden sich auf den Ägäischen Inseln Lesbos, Limnos, Paros, Mykonos, Santorin, Rhodos und Samos.

 Kreta: Auf der größten griechischen Insel liegen die Appellationen Archanes, Daphnes, Peza und Sitia. Archanes und Daphnes sind Rotweine, Peza und Sitia können sowohl Rotweine als auch Weißweine bezeichnen. Auf Kreta werden überwiegend griechische Rebsorten wie Mandilaria, Liatiko, Romeiko oder Vilana kultiviert.

Qualitätsstufen

OPAP Onomasia proléfseos anoteras piótitos (griechisch Ονομασία προελευσέως ανωτέρας ποιότητος): Vergleichbar mit der französischen AOC, Weine von höherer Qualität aus einem kontrollierten Anbaugebiet. Die Weine haben eine rote Banderole am Korken. Aktuell sind 26 dieser Anbaugebiete definiert (Malvasia-Monemvasia fehlt im Bild der OPAP / OPE Weinanbauregionen)

OPE Onomasia proléfseos elenchoméni (griechisch Ονομασία προελευσέως ελεγχομένη): Weine von höherer Qualität aus einem kontrollierten Anbaugebiet, die ausschließlich für Süßweine gilt. Die Weine haben eine blaue Banderole, die über den Korken unter die Kapsel geklebt sein muss. Insgesamt 8 Anbaugebiete verfügen über diesen Status

Topikos Inos (griechisch Τοπικός Οίνος): Landwein mit Herkunftsbezeichnung, d. h. die Herkunft muss auf dem Etikett ausgewiesen sein. Zurzeit sind rund achtzig Gebiete definiert, nachdem im Jahr 1995 nur 52 Landweine eingeführt waren. Die Qualitätsstufe ist vergleichbar der italienischen Bezeichnung Indicazione Geografica Tipica oder einem französischen Vin de Pays und wurde im Jahr 1989 eingeführt. Insgesamt gibt es drei Ebenen von Landweinen. Die geographisch am weitesten gesteckte Definition entspricht der Ausdehnung über eine Region, die zweite Stufe deckt sich in der Definition mit einem Regionalbezirk und die dritte Stufe hat eher kommunalen Charakter. Dabei gilt folgendes Prinzip: Je kleiner das Gebiet ist, auf das sich die Definition bezieht, desto höher sind meist Qualität, Ansehen und Preisniveau der jeweiligen Weine.

Kava oder auch Cava (griechisch Κάβα): Bezeichnung (dt. Keller oder sinngemäß „eingekellert“) für einen länger gelagerten Tafelwein (Epitrapezios Inos) der Spitzenqualität. Weißweine müssen zwei Jahre gelagert sein (davon zumindest 6 Monate im Fass und sechs Monate in der Flasche), Rotweine drei Jahre gelagert sein (davon zumindest 6 Monate in neuer Eiche oder 1 Jahr in gebrauchter Eiche und 2 Jahre in der Flasche).

Epitrapezios inos (griechisch Επιτραπέζιος οίνος): Entspricht dem deutschen bzw. österreichischen Tafelwein, dem französischen „Vin de table“ oder dem italienischen „Vino da tavola“. Dies sind Verschnittweine aus verschiedenen Anbaugebieten ohne Ursprungsbezeichnung. Einen Sonderstatus genießen der Retsina sowie der Verdea der Insel Zakynthos, die als sogenannte Onomasia kata paradosi (griechisch Ονομασία κατά παράδοση), also Weinbaugebiete aus Tradition deklariert werden.[18]

 

Rote Rebsorten

Agiorgitiko (2319 Hektar, Stand 1999[28]) gilt als eine der edelsten roten Rebsorten Griechenlands. Sie wird hauptsächlich in der Region Nemea auf dem Peloponnes angebaut. Benannt wurde Agiorgitiko nach dem früheren Namen der Stadt Nemea, Agios Georgis.

Kotsifali (1148 Hektar, Stand 1999[28]) ist eine griechische Sorte, die vor allem auf Kreta zu finden ist. Die Beeren reifen im späten August oder frühen September und erbringen Weine mit hohem Alkohol- und niedrigem Säuregehalt. Die Farbe der Rotweine ist aufgrund der dünnen Beerenschale nur mitteltief rot. Meist wird Kotsifali zusammen mit der Sorte Mandilaria verschnitten. Mandilaria verleiht dem Wein mehr Farbe, Tannin und Säure.

Liatiko (2546 Hektar, Stand 1999[28]) wurde fälschlicherweise mit der italienischen Rebsorte Aleatico in Verbindung gebracht. Die wuchskräftige und ertragskräftige Sorte wird auf Kreta zu sowohl süßen als auch trockenen Rotweinen verarbeitet. Sie reift dort spätestens Ende August und ist in drei Varianten bekannt. Psilorogo Liatiko verfügt über kleinere Beeren als üblich, Araiorago Liatiko ist lockerbeeriger und die Farbe von Blättern und Beeren der Variante Kotsifoliatio ist heller. Die besten Süßweine und trockenen Weine auf Basis von Liatiko sind die OPAP-Weine von Dafnes und Sitia.

Limnio (122 Hektar, Stand 1999[28]) gilt als eine der ältesten Rebsorten Griechenlands. Sie wurde wahrscheinlich bereits von Hesiod (ca. 700 v. Chr.) und Aristoteles (384–322 v. Chr.) als „Lemnia“ oder „Limnia“ erwähnt. Auf der Insel Limnos wurde im 2. Jahrhundert v. Chr. eine Rebsorte Limnia stafili erwähnt. Ob ein Zusammenhang zur Sorte Limnio besteht, ist jedoch unbekannt. Heute wird die Sorte in Makedonien, Thrakien und auf Limnos kultiviert. Ihre frühere Beliebtheit konnte sie bisher jedoch nicht mehr erreichen. Einzig die Domaine Carras konnte Mitte der 1990er das Potenzial der Sorte in sortenreinem Ausbau aufzeigen.

Weiße Rebsorten

Aidani Aspro stammt vermutlich aus Kleinasien und ist heute auf den Kykladen-Inseln Santorin, Paros und Naxos weitverbreitet. Die Sorte ist gut an das heiße und trockene Klima dieser Region angepasst. Sortenrein ausgebaut ist die Sorte kaum erhältlich. Sie dient häufig in Verschnitten mit der Sorte Assyrtiko.Die Weine der weißen Rebsorte Assyrtiko werden manchmal aufgrund ihres frischen aber wenig fruchtigen Charakters mit den Loireweinen Muscadet verglichen.

Assyrtiko (1106 Hektar, Stand 1999[28]) zählt zu den hochwertigen Rebsorten Griechenlands. Selbst guter Reife behält Assyrtiko erfrischend hohe Säurewerte von bis zu 6,5 g/l (in Weinsäure gemessen). Die Weine sind nur wenig fruchtbetont, nie zu süß und mineralisch klar; ein Umstand, der unter den klimatischen Bedingungen der Kykladen erstaunlich ist. Auf der Insel Santorin zeigt die Sorte ihr ganzes Potential, ist aber auch Bestandteil des OPAP-Weins Côtes de Meliton in Chalkidiki. Dort sind die Weine aus Assyrtiko weniger mineralisch, aber fruchtbetonter. Im Mix mit Aidani Aspro und Athiri entsteht auf Santorin aus sonnengetrockneten, teilrosinierten Beeren der Dessertwein Vinsanto, der nicht mit dem italienischen Vin Santo verwechselt werden darf.

Athiri (1273 Hektar, Stand 1999[28]) ist möglicherweise eine der ältesten griechischen Rebsorten. Der Name der Traube erinnert an ihre Herkunft von der Insel Santorin, die ebenfalls Thira heißt. Empfohlen ist ihr Anbau auf Kreta, dem Peloponnes, den Dodekanes und den Kykladen, zugelassen ist sie des Weiteren auf der Insel Euböa. Auf Rhodos entsteht ein vielbeachteter Schaumwein aus dieser Sorte. Neben ihren Qualitäten als Keltertraube wird sie lokal auch als Tafeltraube geschätzt, da sie über einen süßen Saft verfügt. Die Beerenschale ist jedoch zu dünn, um die Beeren schadlos zu transportieren. Athiri reift im späten August oder frühen September. Der Wein hat ein fruchtiges Aroma sowie einen vollen Geschmack bei mittlerem Alkohol- und geringem Säuregehalt. Durch den Verschnitt mit Assyrtiko erhält der Wein mehr Struktur. Mit der Sorte Athiri fanden griechische Forscher das bislang einzige Verbindungsglied zur Familie der Malvasier-Trauben.[30]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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